Huub Dutch Duo 2026 Veranstaltung

Huub Dutch Duo: "Life is fine, when you’re on Wäscheline" (24. 4. 2026)

Plakatieren war dieses Mal überflüssig: Bereits zum zweiten Mal hatte der Punker das „Huub Dutch Duo“ eingeladen – und die Karten waren ruckzuck weg, bevor überhaupt Plakate aufgehängt werden konnten. Ob der Grund dafür war, dass die Rohrbacher schon vom ersten Auftritt im Jahr 2019 so begeistert waren, oder ob einfach generell die Fangemeinde des Heidelberger Duos, das 2021 mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde, in dessen Homebase so groß ist – auf jeden Fall sollte die Veranstaltung im vollbesetzten Saal des „Roten Ochsen“ ein Highlight im Punker-Jubiläumsjahr sein, wie Uli Kaiser in seiner Begrüßung ankündigte. Und er versprach nicht zu viel.

Musik-Entertainment vom Feinsten unter dem Titel „Life is fine, when you’re on Wäscheline“ bot das Duo, das aus dem Niederländer Hubertus Weijers alias Huub Dutch und Chris Oettinger besteht – genauer gesagt: „Dem Herrn Oettinger aus Württemberg, dessen Englisch nicht so gut ist“, wie Huub Dutch nicht müde wurde zu betonen. Während aus dem Mund des ebenso stoisch schweigenden wie virtuos aufspielenden Mannes am E-Piano den gesamten Abend über kaum mehr als zwei Sätze zu hören waren, plauderte sich sein singender und ab und an verschiedene Instrumente spielender Partner mit holländischem Charme moderierend durch das Programm. Der eine redete, der andere schwieg – und gemeinsam machten sie mitreißende Musik.

Ob auf Deutsch, auf Englisch, auf Französisch oder auf Italienisch, ob am Klavier, auf der Trompete, der Ukulele, der „holländischen Vuvuzela“ (einem aus Trichter und Schlauch zusammengesetzten Blasinstrument, das auch ausgiebig herumgeschleudert wurde) oder mit dem titelgebenden faszinierend einfach-effektiven „Wäscheleinophon“ (zusammengezimmert aus einem Speiskübel, einem Besenstil und einer Wäscheleine, die die einzige Saite des Instruments bildet, aus der sich dennoch erstaunlich viele Basstöne zaubern lassen) – jedes einzelne Lied machte Spaß und ließ die Stimmung im Saal stetig steigen. Die beiden boten einen abwechslungsreichen Mix aus Bekanntem („Buena Sera Signorina“, „Padam Padam“), Umgetextetem „(The Baby is a Tramp“) und vor allem Selbstgeschriebenem und -gedichtetem („Ich lass mich heut’ mal gehen“, „Steuerfrei“, „Zementmixen – Speiskübel-Blues“) und spielten sich gemeinsam durch Blues, Jazz, südamerikanische Rhythmen, Chansons und Boogie.

Als schließlich zum Ende des Abends Adriano Celentanos „Azurro“ unter vollem Körpereinsatz des Sängers erklang, war die Stimmung auf dem Höhepunkt, so dass drei Zugaben nötig waren. Nachdem im Wechselspiel mit dem tatkräftig mitwirkenden Publikum „Bananas“ performt worden war, die Zuhörer*innen mit von der Bühne geworfenen Rasseln zum Mitspielen versorgt worden waren und eine von Huub Dutch angeführte Polonaise durch den Saal gezogen war, klang der Abend zum Runterkommen mit Leonard Bernsteins „Somewhere“ gechillt aus. Die Begeisterung des Publikums lässt erahnen, dass für ein drittes Konzert in Rohrbach wieder schwer Karten zu bekommen sein dürften.

Text: Mirjam Mohr / Bilder: Rosemarie Hackbusch